DAS NEUE EVANGELIUM

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Als Pier Paolo Pasolini seinen Evangeliumsfilm im Vatikan vorführte, haben die Kardinäle, Bischöfe und Mitarbeiter vierzig Minuten lang geklatscht. Aber gelernt haben sie nichts oder fast nichts. Wenn also Milo Rau seinen Film DAS NEUE EVANGELIUM fünfhundert Ministern, Staatssekretären und Ministerialdirigenten zeigen würde, ginge das Ergebnis – leider, leider und sehr wahrscheinlich – ebenfalls gegen Null. Politik gleicht immer auch mehr einem Rollenspiel als dem wirklichen Leben. Der Politiker und die Politikerin sieht hundert Hinderungen, das Richtige und Gute zu tun. Und tatsächlich müssen wir immer mehr Folgerungen, die heute gerne kollateral genannt werden, bedenken. Wenn zum Beispiel ein Pflegeheim für unsere gebrechlichen Mütter und Väter gebaut wird, sinken die Grundstückspreise und die bisher in der Stadt herrschende Partei wird nicht wiedergewählt.

Pasolini ließ seinen Yesus durch die karge Landschaft um die wunderschöne und uralte süditalienische Stadt Matera laufen. Das wirkt holzschnittartig – es ist ein Schwarzweißfilm – und gegen alle Regeln der heutigen Filmkunst. Trotzdem kann man sich auch jetzt nicht diesem eigenartigen Wanderprediger und seinen meist schweigenden Followern entziehen. Das liegt nicht nur daran, dass er wie ausgeschnitten aus einem El-Greco-Gemälde wirkt, sondern dass er das Matthäus-Evangelium zitiert, als hätte er es in diesem Moment erfunden. Der beste Satz ist und bleibt, und man sollte ihn heutigen Kardinälen, Generälen und Ministern jeden Tag als Leserbrief senden: IHR SIEBT MÜCKEN UND SCHLUCKT KAMELE.* Die direkte und unverkünstelte Art des Films lässt ihn auch sechzig Jahre nach seiner Entstehung noch als großes Kunstwerk erscheinen.

Milo Rau lässt nicht nur einen Afrikaner als Yesus agieren, sondern auch einen Aktivisten der Gerechtigkeitsbewegung RIVOLTA DELLA DIGNITA, was nicht etwa ‚der Aufstand der Anständigen‘ heißt, sondern die Würde des Menschen gegen jede Gruppenzugehörigkeit stellt. Die Würde selbst will und muss die Welt revolutionieren. Und da laufen dann die aus ihren Elendsquartieren vertriebenen afrikanischen Erntearbeiter über die Autobahn, verzweifelt, verängstigt und hoffnungslos.

Das erschreckendste Detail dieses Films, der ebenfalls in Matera gedreht wurde, ist die Ähnlichkeit, ja, die Gleichheit der römischen Soldaten, die Yesus verhaften, und der italienischen Polizisten, die die Wanderarbeiter aus ihren unwürdigen Quartieren vertreiben müssen. Mit Schlagstöcken und Schilden bewaffnet, ohne jedoch aktiv zu werden, das ist der Unterschied, setzen sie eine offensichtlich falsche Politik um.

Dieses Auftreten der Polizei, so kompetent und freundlich sehr viele Polizisten auch sind, muss dringend reformiert werden, denn es führt einerseits zu immer mehr autoritären Polizisten, die mit der dazu passenden Ideologie sympathisieren, andererseits aber zur Inakzeptanz der Polizei selbst. Erinnern wir uns daran, dass die bayrische Polizei mit brutaler Gewalt die Abschiebung eines Schülers aus einem Gymnasium heraus durchsetzen wollte und welche Wirkung solche sinnlosen unmenschlichen Aktionen nicht nur auf den einen Menschen haben, der abgeschoben werden soll, sondern auf 1000 Gymnasiasten. Darüber hinaus gehört schon allein das Wort ‚Abschiebung‘ in die Rumpelkammer der  Geschichte. Es wurde im Nationalsozialismus in gleicher Bedeutung verwendet. Das Gegenargument, die Nazis wären nun einmal Deutsche wie wir gewesen, ist nur vermeintlich wirksam, denn ein Wort kann man einfach austauschen, selbst wenn das neue Wort dumm ist: Azubi statt Lehrling zum Beispiel.

Der fünfunddreißigjährige Hochschulabsolvent Yvan Sagnet, ursprünglich aus dem Senegal, spielt in Milo Raus Film sowohl sich selbst als politischen Aktivisten als auch den Yesus, wie er heute reden und handeln würde. Dabei verkennen wir gerne den schon bei Yesus vorhandenen sozialrevolutionären Aspekt. Er war ein Prophet der Armen und sein schöner Spruch, dass ein Kamel eher durch das Nadelöhr, eine sehr enge Gasse in Jerusalem, käme, als ein Reicher in das Himmelreich, hat schon immer verstört. So gesehen gehört der wunderschöne Petersdom in Rom in eine Suppenküche verwandelt. Wer übrigens tatsächlich eine Kirche in eine Suppenküche umwidmete, war Mehmet II., jener Sultan, der zwanzigjährig Konstantinopel eroberte, es ist die heutige Moschee Kalenderhane in der Nähe der großen Universität.

In Spanien und Italien ernten zehntausende Afrikaner diejenigen Früchte, die in ganz Europa so beliebt sind: Tomaten, Erdbeeren und Oliven. Ein Teil jener Arbeiter ist illegal dort, was für die Unternehmer, die in Italien noch dazu in teils mafiösen Strukturen gefesselt sind, Anlass ist, die Ausbeutungsschraube eins ums andere Mal anzuziehen. Es gibt den schönen Spruch: KEIN MENSCH IST ILLEGAL, weil die Gesetze bekanntlich für die Menschen und nicht die Menschen für die Gesetze gemacht werden, auch ein Yesussatz.

Es ist so wie beim Fleischkonsum oder beim Gebrauch von Plastiktüten und Plastikgegenständen: man kann auf den Kapitalismus schimpfen und mit Gerechtigkeitsplakaten herumlaufen, aber verändern wird sich der Raubbau am Menschen und an der Natur nur durch unser Verhalten. Wir können auch getrost darauf setzen, dass ganz viel Mitmenschen einfach nur mitmachen: das Gute wie das Böse. Dieselben, die früher zur Hexenverbrennung mit hinausgelaufen sind, ächten heute die Plastiktüten, wenn wir es ihnen sagen. Und nun müssen wir auch noch einsehen, dass Tomaten mehr als wenige Cents kosten müssen, dass die Arbeiter, die sie ernten, unsere Brüder sind, die ein Recht auf Würde und menschenwürdige Bezahlung und Unterbringung haben.

Der Film von Milo Rau ist einerseits eine Historie, denn Juden, Christen, Muslime, Agnostiker und Atheisten nehmen gleicherweise an, dass Yesus eine historische Person war, die weitere Interpretation, ob er Gottes Sohn, Messias, Prophet, Schismatiker oder gar Scharlatan war, differiert krass. Seine Sätze wie auch sein kurzes Leben sind jedoch als paradigmatisch anerkannt und in die Ikonographie und das Narrativ der Gesamtmenschheit eingegangen. Diesem Anspruch wird der Film gerade auch durch den Blickwinkel auf Afrika mehr als gerecht. Hier beginnt auch gleich die zweite Dimension: es genügt nicht, dass wir 1918 den Achtstundentag und das Frauenwahlrecht erkämpften. Zur Würde von uns Menschen gehört genauso, dass wir uns um die Würde jeder einzelnen Schwester und jedes einzelnen Bruders kümmern. Die Gegner solcher Ansicht brüllen und toben: wir können nicht die ganze Welt retten! Doch! Wer sonst sollte denn die Welt retten? Honduras, Niger, Trump, Putin, Bolzonaro? Wenn wir die Welt nicht retten, wird sie nicht gerettet. Und mit ‚wir‘ sind nicht etwa die Deutschen gemeint, die Europäer oder Nordamerikaner oder Japaner, sondern alle Menschen guten Willens, alle, die die Weltrettung auch wirklich wollen. Der eine kümmert sich um unwürdig untergebrachte Wanderarbeiter, der nächste um immer noch hungernde Kinder, wenn es auch immer weniger sind, die wieder nächste um alte Menschen, kranke, schwache, ungerecht behandelte. ES GIBT VIEL ZU TUN, schrieb einst ausgerechnet ein Ölkonzern, PACKEN WIRS AN.

Die dritte, fast ein wenig verstörende Dimension des Films ist die ständige Reflexion, der Film über den Film sozusagen. So wird der Bürgermeister von Matera befragt, wie er zu Yesus steht, und er antwortet total überraschend, dass er, der Bürgermeister, gerne dessen Kreuz tragen würde, denn ein Bürgermeister ist ein Diener der Menschen, die ihm anvertraut sind. Und man weiß nicht, sagt er das als Bürgermeister von Matera, als Unterstützer der RIVOLTA DELLA DIGNITA oder als Darsteller des ‚Mannes aus Kyrene, der ihm sein Kreuz trug‘**. Noch tiefer geht die Szene, in der ein junger, sich als gläubiger Katholik bekennender Komparse aufgefordert wird zu zeigen, wie er Yesus, wenn der ein Afrikaner wäre, foltern würde. Er führt es an einem schwarzen Lederstuhl vor, und man versteht nicht: will er die Rolle oder spielt er sich? Wie im wirklichen Leben zeigt der Film, dass wir nicht nur in unserer wohlvertrauten Wirklichkeit leben, bestehend aus Häusern, Mäusen und Menschen, sondern auch in unseren Geschichten, Träumen und Fiktionen. Der Film springt zwischen Wahn und Wirklichkeit wie jeder einzelne Mensch in seinem Leben auch.   

Pasolini soll später, gefragt von Journalisten, seine Darstellung der Wunder für kitschig und überflüssig gehalten haben. Ich empfand das auch, jedoch nur als Yesus über das Wasser des Sees Genezareth geht, nicht aber bei der Verwandlung des Gesichts des Aussätzigen. Da sieht man das Glück der Heilung im Gesicht des Geheilten und des Heilers. So ist es doch bei jeder Krankheit und bei jeder Heilung.

Und ist es nicht ein Wunder, dass so viele Krankheiten jetzt geheilt werden können, darunter – hoffentlich – diese widerliche Pandemie, die wir vor genau einem Jahr nicht mehr für möglich gehalten hätten? Ist es nicht ein Wunder, dass uns heute hochgelobte Bücher und Filme die Visionen bieten, für die früher Menschen gekreuzigt und verbrannt wurden? Ist es nicht ein Wunder, dass Gerechtigkeit und Entropie sich asymptotisch zuwiderlaufen, und die Welt trotzdem jeden Tag ein kleines bisschen besser wird? Bitte, denken wir beim nächsten Tomateneinkauf daran!  

Wer demnächst auf der Autobahn vor oder hinter Neapel, je nach der Fahrtrichtung, wieder an Filme denkt, Das erste Evangelium nach Matthäus von Pier Paolo Pasolini, oder Christus kam nur bis Eboli von Francesco Rosi, oder die unsägliche Hollywood-Verunglimpfung Passion von Mel Gibson, der wird jetzt Das neue Evangelium von Milo Rau hinzufügen müssen.

*Matthäus 2324  

**Matthäus 2732

JEDE KETCHUPFLASCHE HAT EINEN NAMEN…

 

 

Nr. 329

 

Über ‚CAPERNAUM‘ von Nadine Labaki

 

…und ein Herstellungs- und ein Verfallsdatum, nur illegale Flüchtlinge nicht, sagt der Menschenhändler auf einem Beiruter Markt, der zum Schein und zur Geldwäsche einen Marktstand betreibt und den Menschenfreund spielt. Der Film wiederum spielt mit der Realität. Die Slums von Beirut kommen dem Zuschauer wie in einem Dokumentarfilm ganz nahe. Und deshalb wirkt der unglaublichste fiktive Fakt ebenfalls realistisch: dass der kleine Zain seine Eltern verklagt, so wie alle Kinder in den Slums und auf den Flüchtlingsbooten uns, die Erwachsenen dieser Zeit, verklagen müssten, weil wir der Verantwortung, die wir uns entweder durch sie, die Kinder, oder durch unser luxuriöses Leben aufgeladen haben, nicht gerecht werden. Aber auch die Eltern des ungeheuer starken Zain sind Opfer ihrer Unbildung, ihrer Abhängigkeit, ihrer Mutlosigkeit und ihres Fatalismus. Dieses ganze Leben handelt nur von Müll und Leid. Alle Gegenstände, die man sieht, stammen aus und kommen wieder in den Müll. Nichts ist etwas wert. Es gibt keine Werte. Und da das Leben ebenso wenig wert ist, ist die zweite Komponente, das Leid, noch stärker als der Müll. Und trotzdem geht es um Fürsorge und Zuversicht.

Kapernaum – in verschiedenen Schreibweisen – ist sowohl eine biblische als auch eine historische Stadt. Yesus hat mehrfach in ihr gelebt und gelehrt, allerdings nicht in der vor hundertfünfzig Jahren ausgegrabenen Synagoge, sondern in ihrem Vorgängerbau. Mehrere seiner Jünger stammten von hier. Einst wurde Yesus von einem römischen Hauptmann gebeten, dessen Knecht zu heilen. Und da er nicht glaubte, dass Yesus dafür in sein Haus kommen musste, das der Hauptmann als zu klein und niedrig empfand, wurde er von Yesus vor dem versammelten Volk für seinen Glauben gelobt. Kapernaum versank 746 in einem Erdbeben in der Wüste. Vielleicht hat es dann so ausgesehen, wie die Slums von Beirut heute. Der Glaube des Hauptmanns an Heilung und seine Fürsorge ließen ihn zum allgegenwärtigen und noch heute verständlichen Symbol werden.

Der erste Mensch, um den sich der schon mit der Arbeit im Laden des Vermieters überforderte Zain kümmert, ist seine Schwester Sahar. Sie mag die Lakritze des Vermieters uns Arbeitgebers Assad, aber Zain ahnt, dass sie an ihn verkauft werden soll. Was er nicht ahnt, ist, dass er sie nie wiedersehen wird. Erst als er den Kampf um seine Lieblingsschwester verliert, verlässt er die Bretterbude ohne Betten und ohne Liebe. Die schöne Äthiopierin Rahil, die so gerne Tigest hieße und für gefälschte Papiere spart, vertraut ihm ihren kleinen, nirgendwo registrierten Sohn Yonas an, um den er sich bis zur Verzweiflung sorgt. Zain ist ein ungeheuer durchsetzungsfähiger Junge. Er besorgt ein Skateboard, auf das er einen Topf montiert, in dem er den ungeheuer folgsamen hochempathischen kleinen Yonas durch die Slums und Märkte navigiert. Ein syrisches Flüchtlingsmädchen gibt ihm marktwirtschaftliche Tipps und vor allem eine Zukunftsperspektive: in Schweden, sagt sie, haben die Kinder eigene Zimmer, wo die Erwachsenen anklopfen müssen. Zain verkauft zunächst den Hausrat, der im Gegensatz zu dem seiner Eltern wenigstens verwertbarer Müll ist. Leider verkauft er auch wieder das aus Schmerztabletten gewonnene Rauschwasser, was ihn der Gewalt der Halbstarken unterliegen lässt. Man vergisst, wie der Richter in der Rahmenhandlung, ständig das Alter des kleinen Zain.

Die ganze Zeit überlegt man als Beiwohner dieser Tragödie, die aber immer wieder durch das Lächeln des Schützlings Yonas aufgehellt wird, den Zain wider allen Anschein stets als seinen Bruder ausgibt, welches Leid das größte ist: der Verlust der Schwester, das Aufbegehren gegen die verantwortungslosen Eltern, die Überforderung mit Yonas, die Verhaftung von Rahil, der Mutter des Yonas, der Verlust des Geldes, der endliche Verkauf des Yonas an den Menschenhändler, der Mordversuch an Assad, der für den Tod der Schwester verantwortlich ist, das Gefängnis in Beirut, die Zeugenaussage der Eltern vor Gericht. Es ist eine Kette von Leid und Müll und Tod.

Im Gefängnis, dessen Zustände für uns nicht erzählbar sind, tritt eine christliche Gruppe auf, die hilflos, geradezu albern wirkt, aber als sie eine christliche Schnulze singt, wirkt plötzlich die Kraft der Musik. Nach der Liebe ist die Kunst die zweite große Kraft. Die Musik des Films – von Khaled Mouzanar, das ist der Ehemann von Nadine Labaki – ist eine bezaubernde Mischung aus orientalischem und elektronischem Mirakel. Man vergisst sie streckenweise, genauso wie man vergisst, dass man nicht in einem Dokumentarfilm sitzt.

‚Capernaum‘ erzählt eine große Geschichte mit großen Mitteln. Die Unmittelbarkeit erinnert an Iñarritus ‚BABEL‘, aber es geht um etwas anders. Es geht darum, dass wir übersehen, dass in dem Müll und Leid und Tod der Slums der großen Städte, die nach dem Vorbild der europäischen und nordamerikanischen großen Städte gewachsen sind, nur dass in ihnen statt Industrie nichts als falsche Hoffnung blüht, dass in diesen Slums die Grundwerte der Menschheit weiter gültig blieben, entgegen dem Anschein, der einerseits durch Menschenhändler und andere Kriminelle, andererseits durch den repressiven Staat entsteht. Der Staat ist aber gleichzeitig auch der Bewahrer ebendieser Werte. Ein pensionierter Richter, der in der Spencer-Tracy-gleichen Rolle (‚Das Urteil von Nürnberg‘) die Hilflosigkeit des Staates, der Gesellschaft und ihrer Institutionen, aber auch ihre Funktion als Korrektiv und Katalysator zeigt. Nadine Labaki, die Filmemacherin, spielt sich selbst, sie ist die Anwältin, die zu einer Nebenrolle verdammt ist.

Tolstoi schon stellte die Frage, was aus dem Intelligenz- und Moralpotential all der Menschen wird, die nicht in die von ihm gegründete Schule gehen konnten. Wir müssen uns fragen, warum wir die Kraft dieser Kinder aus dem Müll vergeuden, statt sie zu schützen und zu nützen. Die Zukunft der Menschheit wird nicht Industrie mit Menschenhand sein. Damit die großen Städte, die anscheinend nicht verhinderbar sind, zu Städten der Hoffnung werden, brauchen wir verschenkbare Bildung, nicht verschenkte. Die trostlosen Eltern der Kinderschar in diesem Film überlegen kurz, ob sie dem Wunsch Zains nicht nachgeben sollten und ihn zur Schule schicken. Ihr einziges Motiv ist aber, dass er dort kostenlose Schulkleidung und Lebensmittel bekommt. Den Wert bedruckten Papiers können sie nicht erkennen, weil sie es weder haben, noch lesen könnten, wenn sie es hätten.

Libanon ist ein religiös und politisch zerrissenes Land. Aber schon in der Antike hatte es eine Scharnierfunktion zwischen Orient und Okzident. Es hat großartige Dichter hervorgebracht, die hierzulande niemand kennt. Labaki lässt einige ihrer Protagonisten so sprechen, wie unser Klischee von Dichtung im Orient geht. Aber vielleicht ist das gerade der Realismus?